Was sind deine Ziele als Autor:in?
Vom Selbstgespräch auf dem Sofa bis zur Rolex am Handgelenk – ein kleiner Erfolgsarten-Führer für alle, die gerade an einem Buch tippen oder darüber nachdenken
Du sitzt vor einem leeren Dokument – oder vor einem mit ein paar geschriebenen Seiten. Vielleicht vor einem Ordner, in dem 15 angefangene Manuskripte warten – aufs Fertiggeschrieben- oder Gelöschtwerden? Der Cursor blinkt verträumt vor sich hin, als würde er dir zurufen: „Na los, worauf wartest du?“ Und dann kommt die Frage, die sich jede:r Autor:in irgendwann stellen muss – manche ganz am Anfang, manche nach drei veröffentlichten Büchern, und manche erst, wenn sie nachts um zwei in die Tastatur weinen, weil der tausendste Satz sich immer noch falsch anfühlt, oder sie schon seit Wochen vor leeren Dateien oder Blättern sitzen.
Die Frage lautet: Was für eine Art von Autor:in will ich wirklich sein?
Keine Sorge, das ist keine rhetorische Frage, die dich in eine existenzielle Krise stürzen soll. Aber es ist eine, deren Antwort verdammt wichtig ist – weil sie fast alles beeinflusst, was du schreibst, wie du schreibst, was du danach mit dem Text machst und vor allem: wie du dich hinterher fühlst, wenn das Buch dann wirklich da ist, mit deinem Namen auf dem Cover.
Die Versuchung ist groß, mit völlig falschen Bildern im Kopf loszuschreiben. Geprägt von Instagram-Feeds oder TikTok-Videos, auf denen strahlende Menschen vor einem Stapel ihrer eigenen Bücher posieren. Geprägt von Bestsellerlisten, in denen gefühlt jeden Monat ein neues Wunderkind auftaucht und aus denen manche Namen scheinbar nie verschwinden. Geprägt von Leuten, die auf YouTube erzählen, sie hätten „mal eben“ einen sechsstelligen Betrag mit ihrem Selfpublishing-Roman oder -Ratgeber verdient, während sie lässig an ihrem Kaffeebecher oder Champagnerglas nippen. Spoiler: Eine handvoll solcher Leute gibt es tatsächlich. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Und es ist vor allem nicht die einzige Wahrheit. Die große, unangenehme, oft verschwiegene Wahrheit ist, dass es ganz unterschiedliche Vorstellungen von Erfolg gibt – und dass jede einzelne davon ihre Berechtigung hat, aber auch ihre ganz eigenen Fallstricke mit sich bringt.
Worüber auch sehr gerne geschwiegen wird, ist die Tatsache, dass es da oben in den Höhen der Bestsellerlisten nur begrenzt Plätze gibt. Während die Anzahl der veröffentlichten Bücher immer weiter wächst, bleiben in den Top 100 immer nur 100 Plätze und in den Top 10 nur 10.
Und: Von selbst schreiben und verkaufen sich Bücher nie – da ist immer eine gehörige Portion an Investitionen in Form von Geld und Arbeitszeit damit verbunden.
Lass uns also gemeinsam durch die verschiedenen Schreibexistenzformen spazieren – von der oder dem stillen, selbstgenügsamen Autor:in, die oder der sein Buch nur für sich selbst in die Welt wirft, bis hin zur großen Träumer:in, die am liebsten mit dem nächsten Bestseller die Yacht volltanken möchte. Humor ist immer erlaubt, manchmal auch Sarkasmus, Realismus ist zumindest zwischendurch Pflicht. Die Praxis ist die Richterin jeder Theorie.
Und ganz wichtig: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur deinen Weg. Aber um den zu finden, lohnt es sich, die anderen Wege wenigstens mal aus der Ferne zu betrachten.
Vier Typen von Autor:innen – wo findest du dich wieder?
Wir unterscheiden heute – Trommelwirbel bitte – vier grobe Kategorien von schreibenden Menschen. Die Übergänge sind fließend, manche wechseln im Laufe ihres Schreiblebens mehrfach die Seiten, manche stecken in einer Kategorie fest und wissen es noch nicht einmal. Und alle sind auf ihre Art in Ordnung. Wirklich. Von mir gibt es hier keine Abwertung, ja nicht einmal eine Bewertung. Das Einzige, was wirklich zählt, ist, dass du ehrlich zu dir selbst bist. Denn nichts ist frustrierender, als den falschen Erfolg zu jagen. Und dafür tut es gut, mit ein paar Kategorien zu arbeiten.
Typ 1: Die Selbstgenügsamen – Hauptsache, es gibt ein Buch mit meinem Namen drauf
Die typischen Selbstgenügsamen schreiben, weil sie nicht anders können. Die Geschichten drängen einfach raus, die Gedanken sortieren sich nur auf dem Papier, und das Gefühl, ein eigenes Buch in den Händen zu halten, ist fast körperlich befriedigend. Vielleicht vergleichbar mit dem Moment, wenn ein Handwerker sein selbstgebautes Regal zum ersten Mal an die Wand hängt – es muss kein anderer bewundern, die reine Tatsache, das Teil erschaffen zu haben, reicht als Befriedigung völlig aus. Ob das Ding hinterher jemand kauft? Egal. Ob es im Buchladen liegt? Warum nicht, ist aber kein Muss. Ob die Leser:innen sich darum streiten, wer es zuerst lesen kann, und begeisterte Rezensionen schreiben? Netter Gedanke, aber nicht der Antrieb für die Selbstgenügsamen. Sie schreiben in erster Linie für ein Publikum von einer Person: sich selbst.
Erfolg bedeutet für diesen Typ in Reinform: die Veröffentlichung. Punkt. Ein sauberes PDF, das man an Freund:innen schicken kann. Ein gedrucktes Exemplar auf dem eigenen Schreibtisch, vielleicht sogar mit einem hübschen Lesezeichen drin. Ein paar Menschen im engsten Umfeld, die sagen: „Wow, du hast echt ein Buch geschrieben!“ Und das reicht völlig aus. Das ist kein kleiner Erfolg, das ist ein großer. Denn die meisten Menschen, die davon träumen, ein Buch zu schreiben, tun es nie. Wer es durchzieht und veröffentlicht – egal ob auf Amazon, über einen Selfpublishing-Dienstleister oder in kompletter Eigenregie mit zehn Exemplaren im Copyshop produziert – hat schon mehr erreicht als neunzig Prozent aller, die auch mal „irgendwann“ ein Buch schreiben wollen und nie in die Gänge kommen.
Die Herausforderungen für diesen Typ sind allerdings nicht zu unterschätzen. Die größte Hürde ist die innere Fertigstellungsbremse. Viele Selbstgenügsame scheitern nicht am Verkauf, nicht am fehlenden Marketing, nicht an mangelndem Talent – sondern am letzten Kapitel, am letzten Feinschliff, am entscheidenden Schritt vom Manuskript zum fertigen Buch. Denn solange noch daran gearbeitet wird, kann in der schönen Traumwelt des „fast fertig“ verweilt werden. Sobald das Buch veröffentlicht ist, ist es real. Und das macht vielen Angst. Dazu kommen das Lektorat, das Coverdesign, die Entscheidung für eine Plattform, das Hochladen des Buchs, die ISBN-Nummer, die Entscheidung zwischen Taschenbuch und E-Book – all das sind kleine, aber nervige Hürden, die nichts mit Kreativität zu tun haben, aber überwunden werden müssen.
Ein weiterer Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Auch wenn du angeblich nur für dich selbst schreibst – irgendwann will das Buch vielleicht doch jemand sehen. Und dann wird es plötzlich kompliziert. Denn wenn du keine Leser:innen erwartest, kannst du dich auch nicht über fehlende Leser:innen ärgern. Das ist paradox, aber wahr: Viele Selbstgenügsame merken nach der Veröffentlichung, dass sie doch ein kleines bisschen Aufmerksamkeit schön gefunden hätten. Und dann ist die Enttäuschung groß, wenn nichts kommt. Weil sie ja nichts dafür getan haben, dass etwas kommt. Das ist wie ein Geburtstag, zu dem du niemanden einlädst, und dann bist du traurig, dass keine:r kommt. Versteh mich nicht falsch – es ist völlig legitim, niemanden einzuladen. Aber dann darfst du dich nicht wundern, dass niemand kommt.
Gerade für Selbstgenügsame sind die Kosten, die anfallen, wenn das Buch denn auch – ganz unabhängig von der geplanten Leser:innenschaft – gut werden soll, eine böse Überraschung.
Die größte Gefahr für diese Art von Autor:innen heißt „Veröffentlichen und fallen lassen“. Du jubelst drei Tage, hältst dein Buch in den Händen, machst vielleicht ein Foto für die Familie – und dann liegt das Ding bei Amazon rum wie ein einsamer Socken im Wäschetrockner. Und weil du ja nie Verantwortung für Marketing übernehmen wolltest, passiert schlichtweg nichts. Keine Verkäufe, keine Bewertungen, kein Echo. Das kann frustrieren, selbst wenn du angeblich nichts erwartet hast. Denn ein Buch, das nicht gelesen wird, fühlt sich manchmal an wie ein Brot, das du gebacken hast, das aber keiner essen will. Es ist da, es riecht gut, aber irgendwie ist es doch traurig, und nach einiger Zeit wird es hart und für viele ungenießbar. Also mein Rat an alle Selbstgenügsamen: Freu dich über dein Buch. Das ist großartig. Aber überleg dir vorher ehrlich, ob du wirklich nichts zurückbrauchst – oder ob ein bisschen Leser:innen-Liebe vielleicht doch schön wäre.
Was die unseriösen Versprechungen von selbsternannten Buch-Gurus angeht, so ist dieser Typ zum Glück relativ immun. Wenn jemand zu dir sagt: „Du musst dein Buch nur richtig vermarkten, dann findest du auch deine Leser:innen!“ – dann kannst du freundlich lächeln und weitergehen. Denn die Selbstgenügsamen brauchen keinen Verkaufs-Funnel, keine Werbeanzeigen, keine aufwendige Social-Media-Strategie. Sie brauchen allenfalls eine:n gute:n Lektor:in (weil du selbst die eigenen Fehler oft nicht siehst) und vielleicht ein ansprechendes Cover (weil du dir selbst auch mal was Schönes gönnen darfst). Wer dir hier ein Coaching-Paket für 2.000 oder gar 10.000 Euro andrehen will, hat dich entweder nicht verstanden – oder nur deinen Geldbeutel im Visier. Also: Finger weg.
Typ 2: Die Hoffnungsvollen – Es wäre schon schön, wenn ein paar Leute mein Buch lesen würden
Dieser Typ ist wahrscheinlich der häufigste in der großen, grauen Zwischenzone zwischen reinem Hobby und professionellem Nebenerwerb. Du schreibst nicht nur für dich selbst – du hast schon eine leise, zarte Idee, dass dein Buch auch andere Menschen interessieren könnte, vielleicht sogar faszinieren. Aber du hast keine großen Pläne. Hauptsache, ein paar Dutzend (oder vielleicht hundert?) Leser:innen finden den Weg zu deinem Werk. Und wenn du wenigstens die Kosten für das Lektorat, das Cover und die eine oder andere Kiste Bücher wieder reinbekommst – dann ist das perfekt. Alles darüber hinaus wäre ein schöner Bonus, ist aber kein Muss.
Erfolg bedeutet hier konkret: Break-even zu schaffen, also die Investition wieder hereinzuholen. Und ehrliches, positives Feedback von fremden Menschen zu bekommen – nicht nur von den eigenen Freund:innen, die eh alles toll finden, weil sie dich lieben, sondern von echten Leser:innen, die keine Verpflichtung haben, nett zu sein. Wenn einer wildfremden Person dein Buch gefällt, dann ist das ein echtes Erfolgserlebnis. Das wiegt schwerer als zehn Verkäufe an Tanten und Arbeitskolleg:innen.
Die Herausforderungen für diesen Autor:innen-Typ sind eine ganz neue Dimension, denn jetzt wird es real. Sobald du hoffst, dass andere dein Buch lesen, musst du dich nämlich mit der unangenehmen Frage beschäftigen: Wie erfahren diese anderen überhaupt von deinem Buch? Du kannst nicht mehr sagen: „Ist mir egal.“ Also landest du schnell in der unbequemen Zone des Sichtbarwerdens. Das heißt: Social Media bedienen, Buchblogger:innen anschreiben, um Rezensionen bitten, vielleicht eine Lesung im örtlichen Buchladen organisieren, eine Amazon-Seite einrichten, vernünftige Keywords recherchieren, ein ansprechendes Cover gestalten (lassen), das in einem Meer von tausend anderen Covern nicht untergeht. Und genau das ist für viele Autor:innen ein völlig anderer Job. Du bist plötzlich nicht mehr kreative:r Schreiberling, der oder die in Ruhe Sätze formuliert, sondern PR-Mensch, Vertriebler:in, Content-Creator, Social-Media-Manager:in und manchmal auch ein bisschen Seelsorger:in für die eigene verletzte Seele. Das ist anstrengend. Das ist neu. Das ist oft nicht das, wofür man sich begeistert hat.
Die Fallstricke sind hier besonders tückisch, denn die Mischung aus „Ich will schon ein bisschen Aufmerksamkeit“ und „Aber ich mag das ganze Selbstvermarktungszeug überhaupt nicht“ ist regelrecht explosiv. Viele Autor:innen bleiben genau hier hängen. Sie machen halbherzig einen Instagram-Kanal auf, posten drei Mal ein Bild ihres Buchcovers, verlieren die Lust, vergessen das Passwort, und wundern sich dann drei Monate später, warum das Buch nur elf Mal verkauft wurde. Der Fallstrick heißt „Lethargie aus Frust“. Du erwartest nicht besonders viel, aber das bisschen, was du erwartest, stellt sich trotzdem nicht ein. Und das tut weh. Es tut sogar manchmal mehr weh, als wenn man große Erwartungen gehabt hätte, denn bei großen Erwartungen kann man wenigstens groß scheitern. Bei kleinen Erwartungen fühlt sich das Scheitern kleinlich an – irgendwie lächerlich, aber trotzdem sehr schmerzhaft.
Ein weiterer typischer Stolperstein für die Hoffnungsvollen ist die sogenannte „Eigenlob-Falle“. Weil du keine großen Verkaufszahlen erreichst, fängst du an, dein Buch selbst zu kaufen – ein Exemplar hier, zwei Exemplare da, vielleicht für Freund:innen, für die Nachbarin, für den Postboten. Und plötzlich hast du fünfzig Bücher im Keller stehen, die du selbst bezahlt hast, und deine Bilanz ist tiefrot. Pass auf dich auf. Das ist ein klassisches Muster, das viele durchmachen, aber es führt nirgendwo hin außer in ein volles Regal und ein leeres Konto.
Was die falschen Versprechungen angeht, so sind die Hoffnungsvollen ein gefundenes Fressen für unsere lieben, unseriösen Coaching-Kolleg:innen. „Mit nur einer Stunde pro Woche schaffst du tausend begeisterte Leser:innen!“ – Aha. Ja. Na. Die Wahrheit ist: Sichtbarkeit für Bücher ist wie Zähneputzen. Du musst es regelmäßig tun, auch wenn es lästig ist. Auch wenn du keine Lust hast. Auch wenn du lieber schreiben würdest. Wer dir erzählt, dass es ganz ohne Arbeit geht und du einfach nur dein geniales Buch veröffentlichen musst und dann die Leute von selbst ankommen, will dir entweder ein Tool, einen Kurs oder eine Beratung verkaufen. Die Realität sieht so aus: Auch die hoffnungsvollen Autor:innen brauchen eine Strategie, aber eine niedrigschwellige, eine, die zu ihnen passt. Vielleicht nicht Instagram, sondern ein Newsletter. Vielleicht nicht tausend Follower, sondern zwanzig gute Leser:innen, die das Buch weiterempfehlen. Und ja, auch das kostet Zeit und Mühe. Reich wirst du hier nicht. Aber du kannst glücklich werden. Was willst du mehr?
Typ 3: Die Ambitionierten – Vom Schreiben leben können, das wär’s
Ah, der Traum. Das große, glänzende, manchmal unerreichbare Ziel so vieler Menschen, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen möchten. Dieser Autor:innen-Typ schreibt nicht nur aus innerem Antrieb, sondern auch mit dem festen Plan, irgendwann finanziell unabhängig vom Tagesjob zu sein. Es muss nicht unbedingt Luxus sein, nicht unbedingt die große Karriere, nicht unbedingt Ruhm und Ehre – aber die Miete sollte drin sein, die Krankenkasse auch, und ab und zu ein wirklich guter Kaffee aus der kleinen Rösterei um die Ecke. Vielleicht ein Kinobesuch pro Woche. Vielleicht ein kleiner Urlaub im Jahr. Das, was im Allgemeinen ein „solides Auskommen“ genannt wird. Aber eben aus Büchern resultierend, aus Wörtern, aus Geschichten, aus den Dingen, die du am liebsten tust.
Erfolg bedeutet hier konkret: Ein verlässliches, planbares Einkommen aus Buchverkäufen. Das heißt mehrere Bücher veröffentlichen, nicht nur eines. Eine treue, wachsende Leser:innenschaft, die immer wieder deine Bücher kauft. Deine Bücher erreichen stabile Verkaufszahlen über Monate und Jahre hinweg, keine einmaligen Spitzen, die im nächsten Monat wieder verschwinden. Und vor allem: Deine Kalkulation geht auf. Du weißt, wie viel du schreiben musst, um wie viele Exemplare zu verkaufen, um am Ende des Monats einen bestimmten Betrag auf dem Konto zu haben. Das mag trocken klingen, ist aber die absolute Grundlage, wenn du vom Schreiben leben willst. Kein Business funktioniert ohne Zahlen. Auch das kreative nicht.
Die Herausforderungen für diesen Typ sind gewaltig, das muss man ganz klar sagen. Jetzt wird richtig gearbeitet. Du produzierst nicht mehr ein Buch pro Jahr, wenn dich die Muse gerade küsst, sondern vielleicht drei oder vier. Du schreibst nicht mehr nur, wenn du Lust hast, sondern weil dein Zeit- und Redaktionsplan es verlangt. Du kümmerst dich um Serien, um Cliffhanger, um Leser:innenbindung, um einen regelmäßigen Newsletter, um Werbeanzeigen bei Amazon und Facebook, um Rabattaktionen, um BookTok, Bookstagram, Podcasts, um Preisverhandlungen mit Plattformen, um E-Book-Distribution, um Hörbuchproduktionen, um Übersetzungsrechte – die Liste ist endlos. Du bist nicht mehr einfach Autor:in. Du bist Unternehmer:in, die zufällig auch schreibt. Und das klingt erstmal richtig cool und erwachsen, ist aber in der Praxis ein Vollzeitjob mit ordentlich Überstunden und nicht selten auch mit Sonntagsarbeit.
Viele überschätzen den Anteil des reinen Schreibens an diesem Beruf. Wenn du von deiner Schreiberei leben willst, wirst du vielleicht nur noch dreißig Prozent deiner Arbeitszeit tatsächlich mit dem Verfassen neuer Texte verbringen. Die restlichen siebzig Prozent gehen drauf für: Planung, Recherche, Marketing, Buchhaltung, Steuern, Korrespondenz mit Leser:innen, Korrespondenz mit Dienstleister:innen, Cover-Besprechungen, Lektorats-Schleifen, Formatierungen, Preisstrategien, Wettbewerbsanalysen. Das ist nichts für schwache Nerven. Und es ist nichts für Menschen, die nur schreiben wollen, aber nichts mit Zahlen, Vertrieb und Selbstvermarktung am Hut haben.
Die Fallstricke hier sind so zahlreich wie tückisch. Die größte Frustfalle ist die Schere zwischen Einkommen und Aufwand. Du arbeitest sechzig Stunden die Woche, hast drei dicke Romane in einem Jahr geschrieben, machst täglich Social Media, schaltest Werbeanzeigen, optimierst deine Keywords – und am Ende bleiben 800 Euro im Monat übrig. Das passiert. Nicht, weil du schlecht oder faul bist. Sondern weil der Markt für Bücher einfach gnadenlos übersättigt ist. Jeden Tag erscheinen tausende neue Titel. In diesem Meer unterzugehen ist nicht schwer, sondern fast schon der Normalfall. Und selbst wenn du alles richtig machst, spielt Glück eine riesige Rolle. Das will niemand hören, aber es ist wahr. Der eine trifft den Nerv der Zeit, die andere hat einen viralen TikTok-Moment, der Dritte wird von einer großen Influencerin entdeckt – und alle anderen, die genauso gut oder besser sind, bleiben unsichtbar. Das ist nicht fair. Aber es ist die Realität.
Ein weiterer großer Fallstrick ist die finanzielle Durststrecke. Die meisten Autor:innen, die heute von ihren Büchern leben, haben jahrelang mit Verlust gearbeitet. Sie haben investiert, ohne zu wissen, ob es sich jemals auszahlt. Sie haben von Ersparnissen gelebt, von Nebenjobs, von der Unterstützung des Partners oder der Partnerin. Wenn du das nicht durchhalten kannst oder willst – völlig in Ordnung. Aber dann ist Typ der Ambitionierten vielleicht nicht dein Weg.
Und nun kommen wir zum heiklen Thema der falschen Versprechungen. Die unseriösen Coaches lieben die Ambitionierten. Hier wird das große Geld versprochen, hier gibt es die teuren Kurse, hier leuchten die bunten Verkaufsseiten mit Erfolgsgrafiken. „Der Selfpublishing-Bootcamp-Kurs zeigt dir die Abkürzung zum Erfolg!“ – Spoiler: Die gibt es nicht. Es gibt keine geheime Tür. Es gibt kein System, das ALLEN hilft. Es gibt keine Formel, die immer funktioniert. Seriöse Coaches – und ja, die gibt es tatsächlich, Menschen mit echter Erfahrung und echtem Wissen – sagen dir: Du brauchst Zeit, Disziplin, gute Bücher, ein Gespür für den Markt und meistens ein jahrelanges Durchhaltevermögen. Unseriöse Coaches erzählen dir, dass du mit ihrer Methode in sechs Monaten deinen Job kündigen kannst und dann nur noch im Strandkorb schreibst. Frage dich bei jedem Coach: Versprechen sie dir das Blaue vom Himmel? Verlangen sie, dass du ihre Schablonen Schritt für Schritt minutiös befolgst? Behaupten sie, dass dein Erfolg garantiert ist, wenn du denn nur an ihre Regeln hältst?
Wenn die Antwort auf auch nur eine dieser Fragen „Ja“ lautet – dann lauf. Ganz schnell.
Seriöse Menschen sagen: „Hier sind Werkzeuge. Hier ist Wissen. Hier ist Erfahrung. Ob du damit Erfolg hast, liegt an dir – und am Markt, an der Konkurrenz, am Zufall.“ Alles andere ist Verarschung.
Die wichtige Realität, die man sich klarmachen muss: Die meisten Autor:innen, die tatsächlich von ihrem Schreiben leben, haben mehrere Einkommensstandbeine. Nicht nur die Buchverkäufe. Sie machen auch Lektoratsdienstleistungen für andere, bieten Schreibcoachings oder Workshops an, geben Kurse an Volkshochschulen, halten Lesungen gegen Honorar, schreiben Texte für Unternehmen, arbeiten als Ghostwriter:innen. „Vom Schreiben leben“ heißt in der Praxis selten „nur von den eigenen Buchverkäufen leben“. Es heißt eher „von der gesamten Bandbreite schriftstellerischer Tätigkeiten leben“. Das ist kein Betrug, das ist einfach klug kalkuliert.
Typ 4: Träumen mit Kalkül – Reich werden mit Büchern. Wirklich, richtig reich.
Ja, es gibt sie wirklich, die Autor:innen, die Millionenumsätze machen. Selfpublishing-Phänomene, die mit Erotikromanen oder Thriller-Serien sechsstellige Beträge pro Monat erzielen. Traditionelle Bestseller-Autor:innen, die sich vor Vorschusszahlungen kaum retten können und deren Bücher in jeder Bahnhofsbuchhandlung ausliegen. Sie existieren, sie fliegen nach Mallorca zum Schreiben, sie haben Haushälterinnen und Privatlektor:innen. Sie leben den Traum, von dem viele von uns nachts träumen.
Aber – und jetzt kommt ein großes, fettes, unausweichliches ABER – das sind absolute Ausnahmen. Wir reden hier von vielleicht 0,01 Prozent aller veröffentlichenden Autor:innen weltweit. Das ist ungefähr die Wahrscheinlichkeit, beim Lotto zu gewinnen oder von einem Blitz getroffen zu werden, während du gerade einen Sechser im Lotto hast. Und selbst bei diesen wenigen Glücklichen steckt dahinter keine einzelne Person, die einfach nur gut schreiben kann, sondern eine perfekt geölte Maschine. Eine Agentur, ein Verlag, Werbeteams, manchmal Ghostwriter:innen, professionelle Vermarktungsstrategien, monatelange Recherche darüber, was der Markt gerade will, und eine Disziplin, die an Selbstausbeutung grenzt. Die allermeisten Bestseller werden nicht mehr im stillen Kämmerlein geschrieben, sondern in professionellen Strukturen, in denen das Buch als Produkt verstanden wird – kalt, aber wahr.
Erfolg bedeutet hier also: Finanzielle Freiheit durch Bücher. Keine Kompromisse. Kein Nebenjob. Keine Geldsorgen. Du kannst dir leisten, was du willst, und schreibst trotzdem genau das, was du liebst. Das ist ein fantastisches Ziel. Aber es ist eben auch ein verdammt hohes.
Die Herausforderungen für diesen Typ sind enorm. Um in diese Sphäre vorzudringen, musst du dein Schreiben radikal als Business begreifen. Du schreibst nicht, weil es dir gerade Freude macht, sondern weil der Markt nach einer ganz bestimmten Nische schreit. Du schreibst schnell, regelmäßig, formelhaft – nicht, weil du keine Kreativität hast, sondern weil die Formel funktioniert. Du testest Cover, Preise, Klappentexte wie eine Wissenschaftlerin im Labor. Du analysierst, welche Tropes gerade funktionieren, welche Charaktere die Leser:innen lieben, welche Kapitellängen die höchste Durchhaltequote bringen. Du reagierst auf Trends, nicht auf deine Muse. Das kann tatsächlich Spaß machen – für manche ist diese Art von Spiel mit dem Markt sogar faszinierend. Aber es muss nicht. Viele Autor:innen verbrennen dabei, weil sie merken, dass sie eigentlich etwas ganz anderes schreiben wollten, aber der Markt ihnen keine Wahl lässt. Das ist der Preis des großen Erfolgs.
Die Fallstricke für die Träumer:innen mit Kalkül sind die größten von allen. Die größte Gefahr ist, dass du alles auf eine Karte setzt. Ein einziger Flop kann dich finanziell ruinieren, wenn du Werbung und Produktion vorfinanziert hast. Du steckst zehntausend Euro in ein neues Buchprojekt, und wenn es nicht läuft – bist du sie los. Keine Versicherung springt ein. Kein Verlag fängt dich auf (außer du hast einen, aber dann teilst du auch die Gewinne). Dazu kommt: Das Geschäft mit den Büchern ist unberechenbar. Ein Algorithmuswechsel bei Amazon kann deine Sichtbarkeit über Nacht halbieren. Ein Shitstorm auf Social Media kann deine Karriere beenden. Ein neues Genre, das deines überrollt, kann deine Leser:innen abwerben. Und dann bricht dein monatliches Einkommen von 15.000 Euro auf 3.000 Euro ein. Das ist nicht nur ärgerlich – das kann existenzbedrohend sein. Fast niemand widersteht der Versuchung, die Ausgaben mit den Einnahmen wachsen zu lassen. Damit steigt nicht nur der Luxus, sondern auch der Druck, die Einnahmen fließen zu lassen.
Was die falschen Versprechungen angeht, so läuft die unseriöse Coaching-Branche hier oft gegen die Wand des Erfolgs. „Verdiene 10.000 Euro im Monat mit deinem ersten Roman!“ ist für Autor:innen, die mit ihren Büchern schon wesentlich mehr verdienen, nicht attraktiv.
Und selbst wenn sie in eine dieser Fallen tappen, können sie den Verlust finanziell gut verkraften – sie schreiben ihn einfach als „Investition“ ab.
Der Teil des Autor:innen-Seins, den viele gerne ausblenden: Vermarkten & Verkaufen
Nach all den Autor:innen-Typen, Beschreibungen, Herausforderungen und Warnungen müssen wir über den Elefanten im Raum sprechen. Es geht um das, was wirklich den Großteil der Arbeit ausmacht, wenn du dein Buch nicht nur für dich selbst veröffentlichst: Vermarkten und Verkaufen. Das gilt für alle Typen außer den Selbstgenügsamen.
Egal, zu welchem Typ du tendierst – sobald du auch nur ein bisschen möchtest, dass andere dein Buch lesen, wirst du dich mit diesen Themen beschäftigen müssen. Und zwar intensiver, als dir vielleicht lieb ist. Schreiben ist maximal die Hälfte des Jobs. Manchmal weniger. Der Rest ist Vermarkten, Verkaufen, sichtbar sein. Wiederholt sichtbar sein, immer wieder sichtbar sein, auch wenn du keine Lust hast. Auch wenn du lieber schreiben würdest oder dir denkst, das sei unter deiner Würde als kreativer Mensch.
Ich meine das nicht böse und bin nicht zynisch. Das ist einfach die Realität des Buchmarktes im einundzwanzigsten Jahrhundert.
Lass mich dir das ganz konkret vor Augen führen: Du hast ein Buch geschrieben? Glückwunsch, das ist eine großartige Leistung! Aber jetzt musst du es mindestens tausend Menschen zeigen, bevor auch nur eine Person es kauft. Du hast ein Lektorat beauftragt und dein Buch ist perfekt lektoriert? Super! Jetzt musst du eine Leser:innengruppe aufbauen, die darauf wartet, es zu kaufen und zu lesen. Du hast ein wunderschönes Cover gestalten lassen? Feine Sache! Jetzt musst du Amazon-Anzeigen schalten oder Buchhandlungen anschreiben oder zwanzig Buchblogger:innen kontaktieren, von denen neunzehn vielleicht nicht einmal antworten werden (nicht, weil sie unhöflich sind, sondern weil sie oft von Anfragen überflutet werden).
Und genau hier scheitern so viele. Nicht am Schreiben, sondern am Draußenrumreden, am Sichtbarmachen, am ständigen Wiederholen der eigenen Botschaft, am Rezensionen sammeln, am Netzwerken, Dranbleiben, wenn auch nach drei Monaten immer noch keine zehn Bewertungen da sind.
Die unseriösen Coaches tun so, als ob ein genialer Klappentext und drei Instagram-Reels ausreichen würden. Tun sie nicht. Nie. Das ist wie, wenn dir jemand sagt, du könntest mit dreimal pro Woche 10.000 Schritte gehen als Vorbereitung, einen Marathon zu laufen. Es ist einfach lächerlich. Seriöse Autor:innen, die tatsächlich Erfolg haben, erzählen dir die unbequeme Wahrheit: Plane zumindest genauso viel Zeit für Marketing ein wie fürs Schreiben, oder mehr. Ja, das ist frustrierend. Ja, das fühlt sich ungerecht an. Ja, du hast dir das anders vorgestellt, als du mit dem Schreiben angefangen hast. Aber es ist wahr. Und je früher du es akzeptierst, desto besser.
Hier ein kleiner, ehrlicher Überblick über den Arbeitsalltag einer Autor:in, die ernsthaft vermarktet:
– Morgens: Zwei Stunden schreiben, das ist die Kernarbeit.
– Dann eine Stunde Newsletter schreiben und versenden und/oder programmieren.
– Dann eine Stunde soziale Medien bespielen – nicht nur posten, sondern auch interagieren.
– Dann eine Stunde Werbeanzeigen checken und optimieren.
– Dann eine Stunde E-Mails beantworten von Leser:innen, Blogger:innen, Dienstleister:innen.
– Dann eine Stunde Buchhaltung, Steuern, Rechnungen.
Und dann ist der Arbeitstag vorbei. Und du hast weniger geschrieben als gewünscht. Aber du hast etwas getan, das fast genauso wichtig ist: Du hast daran gearbeitet, dass dein Buch auch gesehen wird. Das ist nicht sexy. Das ist nicht das, wovon Menschen träumen, die sagen „Ich will Autor:in werden“. Aber es ist real.
Die große Wahrheit: Es gibt nicht den EINEN Weg. Es gibt nicht den EINEN Autor:innen-Typ, der zu 100% für dich passt. Und das ist völlig in Ordnung.
Nachdem ich dir all diese Autor:innen-Typen mit all den Fallstricken, die lauern, und all den Warnungen vor unseriösen Coaches vorgestellt habe, kommt hier die Entlastung, die gute Nachricht, die dich hoffentlich wieder aufatmen lässt.
Du musst dich nicht endgültig entscheiden und keine fixe Beschriftung auf deiner Autor:innentür anbringen.
Du kannst heute die Selbstgenügsame sein, zufrieden mit deinem einen Buch im Regal, und in zwei Jahren plötzlich richtig Lust bekommen, zur Ambitionierten zu werden, weil du merkst, dass es dir doch Spaß macht, andere zu erreichen. Du kannst als Hoffnungsvolle starten, ein bisschen herumexperimentieren mit Marketing, und dann feststellen, dass dir das totale Freude bereitet – und schon stehst du mitten im Typ-3-Territorium. Du kannst aber auch merken, dass du an Social Media verzweifelst, dass du keine Werbeanzeigen schalten willst, dass du einfach nur in Ruhe deine Geschichten erzählen möchtest – und dann kehrst du zurück zur Selbstgenügsamen. Auch das ist eine Erkenntnis. Auch das ist ein Gewinn.
Es gibt keine Schreibpolizei, die dich verhaftet, wenn du deinen Typ wechselst. Es gibt keine Erfolgsprüfung, bei der du nachweisen musst, dass du konsequent bist. Du darfst dich verändern. Du darfst wachsen. Du darfst auch schrumpfen, wenn du merkst, dass dir eine größere Karriere nicht guttut.
Das Einzige, was wirklich zählt – und darauf möchte ich mit Nachdruck hinweisen – ist die Ehrlichkeit zu dir selbst.
Wenn du eigentlich heimlich reich werden willst, aber nichts dafür tust, außer zu träumen – dann hör auf, dir etwas vorzumachen. Dann setz dich hin, lerne, arbeite, investiere. Oder lass es sein und sei mit weniger zufrieden. Beides ist okay, aber dir selbst ins Gesicht zu lügen ist es nicht.
Wenn du nur für dich schreiben willst, aber von deinem Umfeld, von deiner Familie, von deinen Freund:innen den Druck spürst, „etwas daraus zu machen“ – dann setz dich zur Wehr. Du schuldest niemandem eine Karriere. Du schuldest niemandem Verkaufszahlen. Du schuldest niemandem einen Bestseller. Dein Buch ist dein Buch. Punkt.
Und bitte, bitte, bitte: Hüte dich vor den falschen Prophet:innen. Jede:r, der dir erzählt, dass es schnell, einfach, ohne viel Arbeit, ohne Risiko und mit garantierter Rendite geht, will etwas verkaufen. Einen Kurs, ein Coaching, ein Tool, eine Mitgliedschaft. Gute Lektor:innen, echte Mentor:innen, seriöse Coaches werden dir niemals versprechen, dass du in drei Monaten auf den Bestsellerlisten landest. Sie werden dir sagen: „Es ist möglich. Aber es ist harte Arbeit. Und manchmal klappt es trotzdem nicht. Und das ist kein persönliches Versagen, sondern das Leben.“
Ein kleiner, ehrlicher Fahrplan für deine ganz persönliche Antwort
Damit du nicht ratlos vor dem blinkenden Cursor sitzen bleibst oder von einem Coaching-Angebot zum nächsten surfst, hier eine winzige, aber feine Übung für dich. Nimm dir einen Zettel – oder öffne ein Dokument – und schreib ehrlich auf, ohne Scham, ohne Rechtfertigung.
Deine Traum-Antwort: Was für eine Art von Autor:in will ich sein, wenn ich ganz groß träumen darf? Lass die Vernunft kurz vor der Tür. Was wäre das absolute Maximum? Nicht „realistisch“, sondern „wenn alles perfekt läuft“.- Deine Komfort-Antwort: Was wäre realistisch? Womit wäre ich morgen schon zufrieden? Nicht in zwanzig Jahren, sondern jetzt. Welcher Erfolg würde mir ein gutes Gefühl geben, ohne dass ich mich kaputtmachen muss?
- Deine Angst-Antwort: Wovor habe ich eigentlich wirklich Angst, wenn ich an die Veröffentlichung denke? Vor Erfolg? Vor Misserfolg? Vor der Sichtbarkeit? Vor Kritik? Vor dem ganzen Marketing-Quatsch? Vor der eigenen Familie, die es vielleicht nicht mag? Sei brutal ehrlich. Die Angst ist fast immer der beste Kompass, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
- Deine Heute-Antwort: Welcher der vier Typen fühlt sich heute, in dieser Minute, in deiner aktuellen Lebenssituation am richtigsten an? Nicht für immer. Nicht für die Ewigkeit. Für heute.
Und dann leg los. Oder leg den Stift weg. Beides ist erlaubt. Beides ist in Ordnung. Das Schöne am Schreiben ist ja, dass du keine Verpflichtungen hast außer denen, die du dir selbst auferlegst.
Ein letzter Satz für den Weg, bevor du jetzt wieder vor deinem Dokument sitzt
Du musst nicht reich werden, um ein:e gute Autor:in zu sein. Du musst nicht tausend Fans auf Instagram haben, um dich Autor:in nennen zu dürfen. Du musst nicht einmal einen Verlag finden oder einen Selfpublishing-Bestseller landen. Du musst nur die Antwort auf diese eine Frage für dich selbst finden – und dich dann nicht mehr von anderen beirren lassen, die dir erzählen wollen, es ginge nur auf ihre Art, nach ihrem Plan, mit ihrem Kurs.
Dein Weg. Dein Erfolg. Deine Art von Autor:in. Und wenn du nur ein einziges Exemplar druckst, es in die Hand nimmst und leise sagst: „Das habe ich geschrieben“ – dann bist du bereits angekommen.
Jetzt wünsche ich dir von Herzen: Frohes Schreiben und Vermarkten und Tagträumen. Oder einfach nur: Cursor blinken lassen und einen großen Schluck Tee trinken.
Alles davon ist in Ordnung. Wirklich.
Herzlichst
Tom
