Ich freue mich, dass es auch im Buchcoaching und Buchmentoring immer seriöse Angebote gibt. Die Gorus Gruppe gehört für mich dazu. Je mehr von uns gute Leistungen für Autorinnen und Autoren erbringen, desto besser für uns alle. Ich biete daher sehr gerne meinen Kolleginnen und Kollegen ein Plattform. Diese Woche habe ich Tobias Pursche von Gorus zu Gast, der in seinem Artikel auf die Bedeutung, der Persönlichkeit des Autors, der Autorin bei der Buchvermarktung eingeht:

Mehrmals am Tag, wenn bei uns im Radolfzeller Büro das Telefon klingelt, ist ein Autor dran, der Unterstützung bei der Vermarktung seines Sachbuches sucht.

Einige dieser AutorInnen melden sich, weil ihr Buch seit einem Jahr draußen ist, aber kaum Resonanz hat. – Aua! Da haben wir leider schlechte Nachrichten. Für den großen Durchbruch ist es sechs Monate nach Erscheinen einfach zu spät.

Schreibmaschine fürs SchreibcampDann gibt es unter den AnruferInnen AutorInnen, die erkannt haben, dass sie:

  1. a) die Vermarktung ihres Buches selbst in die Hand nehmen müssen, selbst wenn sie über einen Verlag publizieren. Weil Verlage schlicht andere Interessen haben, als ihren AutorInnen zu helfen, ihre Ziele zu erreichen.– Bingo!
  2. b) schon vor dem Erscheinungstermin mit den Marketing-Aktivitäten starten müssen, damit der Aufwand sich auch lohnt. – Jawohl.

Dieser zweiten Gruppe stehen alle Chancen offen. Wenn (!) sie verstehen, dass die erfolgreiche Vermarktung eines Buches nach völlig anderen Gesetzen funktioniert als die Vermarktung jedes anderen Produktes.

Ein Buch ist kein Sofa

Ja, ein Buch ist ein Produkt. Aber es ist noch mehr als das. Es ist vor allem ein Kommunikationskanal für deine Inhalte, Meinungen und Standpunkte. Also ein Sprachrohr für deine Persönlichkeit. Wenn du dir dessen bewusst bist, und diese Tatsache auch in deinem Marketing nutzt, werden deine Aktivitäten wesentlich effektiver sein, als wenn du nur an „Buchmarketing“ denkst. Warum? Aus zwei Gründen.

Grund 1: Die Persönlichkeit hat eine längere Haltbarkeit als jedes Produkt.

Fast jeder Buchleser ist schon mal über Richard David Precht gestolpert. Aber wusstest du, dass er nicht nur Autor von „Wer bin ich – und wenn ja, wieviele?“ ist, sondern auch von „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“? Oder von dem Roman „Die Kosmonauten“?

Oder nimm Stephen King. Der Mann hat über fünf Millionen Facebook-Fans in der ganzen Welt. Zwar kennt nicht jeder Follower jedes seiner Bücher. Aber wenn ein neues Buch von ihm erscheint, wird der eingefleischte King-Fan es noch vor Erscheinen vorbestellen. Unabhängig vom Buchthema und sogar ohne zu wissen, worum es inhaltlich geht. Wer diesen Autor gut findet, bestellt das Buch einfach, weil es „der neue King“ ist. Und wenn ein Fan mitbekommt, dass Stephen King in 150 Kilometern Entfernung eine Lesung hält, wird er sich drei Monate im Voraus ein Ticket sichern, sich den Abend freihalten und hinfahren – statt zwei Straßen weiter ins Kino abzubiegen.

Du siehst: Der wahre Kaufgrund ist hier die Persönlichkeit, nicht das Produkt selbst. Das heißt nicht, dass Produktwerbung nicht funktioniert. Sie ist nur aufwändig und teuer. Und da du beim Buch die Möglichkeit hast, mit deiner Persönlichkeit zu arbeiten, wäre es reine Ressourcenverschwendung, es nicht zu tun!

Wer dich bereits als „interessante Frau“ abgespeichert hat, weil du in einem Interview in der Brigitte eine völlig neue Haltung, sagen wir zur Abtreibungsfrage gezeigt hast, oder weil du mit einem Gast-Artikel einen Nerv bei den Leserinnen getroffen hast, wird offen sein für alles, was du künftig anbietest – seien es weitere Artikel und Interviews, Bücher oder auch andere Produkte.

Grund 2: Bücher sind für Medien nicht interessant. Persönlichkeiten schon.

Blick auf einen BüchertischDas kann ich deshalb so eindeutig sagen, weil unser Team jeden Tag den Kontakt zu Online-, Print-, Radio- und TV-Redaktionen pflegt.

Die typische Reaktion eines Redakteurs auf die Nachricht: „Wir haben eine Autorin, die hat ein Buch geschrieben über Kinderwunsch“ ist ein mehr oder weniger offenes Gähnen.

Wenn wir aber sagen: „Wir haben eine Autorin, die sagt, ‚der übliche Rat, den Kinderwunsch loszulassen, um schwanger zu werden, ist nicht die Lösung‘. Sie können sie portraitieren, ein Interview mit ihr führen oder einen Gastbeitrag von ihr veröffentlichen“, dann bekommen wir praktisch immer mindestens interessierte Nachfragen.

Da du als Autor oder Autorin nun mal die größte Reichweite über Medien erreichst, lohnt es sich, auch in der Vermarktung deiner Bücher deine Persönlichkeit in den Vordergrund zu rücken.

Wie das geht?

Zeig dich!

Der Schlüssel ist, in deiner gesamten Kommunikation etwas von deiner Persönlichkeit preiszugeben. In deinen Büchern, in deinen Social-Media-Postings, in deinen Blogartikeln, in Youtube-Videos, in Live-Auftritten, in Podcast-Interviews, wo auch immer du kommunizierst.

Denn Menschen vertrauen Menschen. Nicht Büchern. Und auch nicht Produkten. Je besser es dir gelingt, bei allem, was du tust, eine stimmige und authentische Mischung aus Inhalt und Persönlichkeit zu kommunizieren, desto mehr wächst deine Anziehungskraft. Das ist der Boden, um Fans zu gewinnen, die dann deine Produkte kaufen – weil sie von dir sind.

Also frage dich: Wie kann ich diesem Post einen persönlichen Touch geben? Über ein Foto? Über ein Beispiel aus meinem Leben? Über eine ganz eigene Meinung, die ich habe?

Noch was

Damit es dir anders geht, als den Autoren, die wir am Telefon enttäuschen müssen, ein praktischer Tipp: Bereite deine Vermarktungsaktivitäten unbedingt mehrere Monate vor dem Erscheinen deines Buches vor! Das heißt konkret:

  • Wähle einen Verkaufskanal für dein Buch aus – nicht mehrere (das kann Amazon sein, BOD oder ein anderer Anbieter); dein Ziel sollte sein, möglichst viele Käufe in einem engen Zeitrahmen auf dieser Plattform zu erreichen. So hat dein Buch die Chance, schon in den ersten Wochen einen Bestsellerstatus zu erreichen. Dieser ist in deiner weiteren Medienkommunikation Gold wert. Übrigens: „Bestseller“ ist auch so ein Zauberwort, das bei Redaktionen Türen öffnet.
  • Wähle die Vermarktungs- und Kommunikationskanäle aus für deine Kampagne. Facebook? Twitter? XING? Instagram? Google +? – Überlege für die Auswahl der Kanäle nicht, wo sich dein Publikum tummelt. Deine LeserInnen tummeln sich überall und nutzen oft mehrere Kanäle. Entscheide lieber anhand deiner eigenen Präferenzen: Wo fühlst du dich wohl? Auf welchen Plattformen kennst du dich so gut aus, dass du dir zutraust, authentisch zu kommunizieren?
  • Tobias Pursche, BuchmarketingProduziere allen Content vor. Pressemitteilungen, Blogbeiträge, Gastartikel, Social-Media-Postings: Alles sollte zum Erscheinungstermin deines Buches fertig vorliegen. Die ersten zwei-drei Monate nach Erscheinen ist nämlich das Zeitfenster, in dem die Medien ein Buch noch als „frisch“ und somit erwähnenswert erachten. Deshalb willst du jetzt keine Zeit verlieren mit der Content-Produktion, sondern dich an die Presse wenden. Am besten mit guten Verkaufszahlen und erster Resonanz.
  • Aktiviere dein Netzwerk! Um dein Buch zu pushen, informiere alle deine FreundInnen, Bekannte, Newsletter-AbonnentInnen, KundInnen und Fans gleichzeitig über dein Buch. Damit holst du die optimale Kraft aus deinem bestehenden Netzwerk heraus, um im zweiten Schritt auf neue Kreise zuzugehen.
  • Gehe auf die Medien zu! Nutze nach ersten Erfolgen die weitere Streukraft der Medien. Du kannst selbst bei Redaktionen anrufen, wenn du etwa eine Nachricht hast wie „Mein Buch war gestern auf Platz 4 bei Amazon in der Kategorie Menschenführung“. Eleganter ist es, wenn ein dritter für dich anruft und dich als Gesprächspartner und Autor ins Spiel bringt.

Wenn du deine Aktivitäten auf diese Weise vorbereitest und fokussierst, holst du das optimale Ergebnis aus deiner Investition heraus.

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und freue mich über ein Feedback, wenn du das ausprobierst hast!

Und wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du diese Schritte ganz konkret gehst, komm für einen Tag zu uns nach Konstanz in den Lehrgang „Selbstvermarktung“.

Tobias Pursche ist Publicity Manager und der Vermarktungsprofi bei der Unternehmensgruppe Gorus ((www.gorus.de)). Er führt Positionierungsworkshops und Kampagnenstrategien durch, begleitet seine KlientInnen langfristig bei ihrer strategischen Kommunikation und gibt ein paarmal im Jahr sein Know-How in offenen Lehrgängen weiter.

Herzlichen Dank für deinen spannenden Beitrag, Tobias!

Tom Oberbichler